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mostlikely – Wolfgang List

Wolfgang List spricht mit einigen Studierenden als wir das Café ‘Luise im Kunsthaus’ in Graz betreten. Neben ihnen entsteht gerade eine Skulptur aus unterschiedlich geformten Papierkorpussen. Es handelt sich um die Workshop-Woche am Institut für zeitgenössische Kunst zu der Wolfgang List als Lehrender eingeladen ist. Mit Hilfe des 3D-Computerprogramms Pepakura entsteht ein raumwirksames Objekt, welches gemeinsam mit den Studierenden entwickelt wurde und gerade umsetzt wird. In einer Schachtel stapeln sich dutzende Klebstofftuben, der Plotter surrt in einer Nische des Cafés vor sich hin und unser Gespräch wird vom Klirren des Cafébetriebs begleitet. Wir sind neugierig was mostlikely macht, wie sich das Büro gebildet hat und was daraus zu lernen ist.

(off) architecture: Wolfgang, wie seid ihr zu dem gekommen, was ihr macht?
Wolfgang List, mostlikely: Wir sind ein fünfköpfiges Büro und haben bereits auf der Uni gemeinsam in einem Projektraum gearbeitet und gemeinsame Projekte entwickelt. Studiert haben wir auf der TU Wien, das war damals ein sehr offenes Studium. Ein Massenstudium, also nicht wie auf der Angewandten, oder auf der Akademie in Wien, wo es ein Klassensystem gibt. Mit mir haben 700 Leute angefangen. In so einer Situation bist du gezwungen dich zu vernetzen. Im Studium entstanden Freundschaften aber auch Zweckgemeinschaften.

Wir haben immer schon stark in Richtung Kunst und Sound Design gearbeitet.

Wir bildeten eine Gruppe von 20 Leuten und daraus sind dann einzelne Büros entstanden, die es jetzt auch noch gibt, so wie unser Büro. Es war nie so, dass Architektur unser Hauptthema war. Wir gingen immer schon in sehr viele Richtungen. Die Idee, dass man sich gemeinsam ein Büro nimmt, wo man nicht nur Architektur macht, war schon tief in uns verwurzelt. Nach der Uni haben wir uns einen gemeinsamen Raum genommen und dann unser Büro von Null an gestartet. Wir haben immer schon stark in Richtung Kunst und Sound Design gearbeitet. Robert Schwarz hat nach dem Architekturstudium Sounddesign in Berlin studiert. Ich hab immer schon Möbel designt. Maik Perfahl, mit dem gemeinsam die Lampenschirme entstanden sind, macht sehr viel 3D-Design. Bevor ich die Lampenschirme entwickelt habe, machte ich zusammen mit Mark Neuner sehr viel Architektur, also Shopdesign. Wir arbeiten drei, vier Jahre gemeinsam an gewissen Projekten und wechseln dann und arbeiten wieder in einer anderen Zusammensetzung.

Einmal sind wir in der Zeitung wegen der Architektur und ein anderes Mal wegen der Kunstinstallationen, und dann plötzlich wieder wegen der Lampenschirme.

Am Anfang war das ein Problem. Mittlerweile macht es das Ganze spannender. Wir werden dadurch auch immer interessanter für die Leute, weil wir so viel anbieten, oder eben so unterschiedliche Dinge. Einmal sind wir in der Zeitung wegen der Architektur und ein anderes Mal wegen der Kunstinstallationen, und dann plötzlich wieder wegen der Lampenschirme.

(off) architecture: Das ist ja nicht gerade der klassische Weg nach dem Studium sich selbstständig zu machen. Wie ist es euch gelungen euch zu etablieren?
Das geht nur durch Selbstausbeutung (lacht). Wir verdienen jetzt noch immer nicht wirklich viel, und das wird auch immer schwieriger.

Eine kreative Dienstleistung ist einfach zu teuer.

Die Kunden sind immer weniger gewillt für eine kreative Dienstleistung zu zahlen, weil es ein großes Angebot gibt und man die Dienstleistung auch sehr günstig bekommen kann. Da sind die Kreativen selber dran schuld. Es gibt sehr viel, das billig angeboten wird. Eine kreative Dienstleistung ist einfach zu teuer.

(off) architecture: Hat eure breite Aufstellung, eure Vielfalt an Themenbereichen einfach auch damit zu tun, marktfähig zu sein oder zu bleiben?
Ich verdiene mit den Lampenschirmen mehr als ich mit Architektur verdient habe. Das Problem an Architektur ist, dass es ein sehr altes Business ist und ein sehr Netzwerk orientiertes Business. Man sagt ja, ein junger Architekt oder eine junge Architektin ist man bis 40. Dann geht es erst richtig los. Den Zeitraum bis dahin muss du irgendwie überbrücken. Viele arbeiten in einem Büro, machen noch den Ziviltechniker und gründen erst mit 40 ihr eigenes Büro. Auch in unserem Büro haben wir gemerkt, dass die, die schon von Kindheit her die besten Netzwerke haben, auch die Architekturjobs an Land ziehen. Natürlich stellt sich dann die Frage: „Wie kann ich überleben?“ Als Selbständiger ist das Einkommen sehr fluktuierend und ein Lehrauftrag gibt eine gewisse Sicherheit. Mit dem Produktdesign ist es uns gelungen von der Architektur weg zu kommen. In der Architektur gibt es ohnehin zu wenig Aufträge. Momentan gibt es bei uns im Büro zum Teil Leute, die sehr gut vernetzt sind und Architektur machen und dann gibt es einen Teil, der macht Produktdesign. Wir sind auch alle Lehrende. Als Selbständiger ist das Einkommen sehr fluktuierend und ein Lehrauftrag gibt eine gewisse Sicherheit. Wenn du einen Tag, oder zwei Tage unterrichtest, hast du die Basics schon mal abgedeckt. Ohne die Lehraufträge wäre es sehr schwierig zu kalkulieren. Das Steuer- und Versicherungssystem in Österreich ist sehr komplex aufgebaut ist. Du kannst in einem Jahr sehr viel verdienen und zahlst die Steuern erst im nächsten Jahr, wenn du vielleicht weniger verdienst. Das ist dieses berühmte „dritte Jahr“ bei der Sozialversicherung. Das haut einen ziemlich zurück, weil man zwei Jahre keine Steuern zahlt und im dritten Jahr alles zurückzahlen muss. Aber um ein Business zu starten, dauert es viel länger als drei Jahre. Wir haben 2007 begonnen, also vor sieben Jahren.

Wir sind nur überlebensfähig, weil wir alle Einzelunternehmer sind.

Das Büro wird aber erst nach 10 Jahren so richtig laufen, das ist halt so. Du brauchst einen langen Atem und musst wissen, was für ein Büro du möchtest. Es gibt Leute, die sagen, ich will ein großes Büro haben, mit vielen Angestellten. Bei uns ist das genau umgekehrt. Wir sind nur überlebensfähig, weil wir alle Einzelunternehmer sind. Wir haben zwar eine gemeinsame Bürostruktur, sind aber jetzt keine Firma. Wir haben auch nur hin und wieder projektbezogen Praktikanten, weil die meisten von uns keine Angestellten wollen. Angestellte bedeutet große Verantwortung. Wie solltest du einen Angestellten bezahlen, wenn du dich nicht einmal selbst bezahlen kannst?!

(off) architecture: Wir haben uns über die Entstehung eurer Bürostruktur unterhalten, sie erinnert uns an den Charakter eines Co-Working Space. Wie hat sich eure Bürostruktur entwickelt? Du hast ja eure non-hierarchische Struktur angesprochen.
Eine Hierarchie geht nicht, wenn du gemeinsam ein Büro startest und das haben wir auch immer wieder ausdiskutiert. Innerhalb unseres Büros gibt es ja auch die Abspaltungen in unterschiedliche Richtungen. Wenn sich einer zum Chef entwickeln sollte, wird mit dem gebrochen, sonst würde das Büro zerfallen, da bin ich mir sicher. Es gibt auch Büros, wo man das sehr schön sehen kann was passiert wenn einer zum Chef wird.
Unsere Arbeitsstruktur war ungewöhnlich in der Zeit als wir angefangen haben. Die Kommunikation nach außen, dass wir eine Gruppe sind, war kompliziert. Es ist noch immer schwierig dies zu erklären. Jetzt gibt es Co-Working überall, aber damals war das sehr neu. Der Grund warum wir so lange überlebt haben, liegt sicher auch darin, dass, wenn es einem mal schlecht ging, er sich zwar irgendwie durchbringen musste, aber immer noch Teil des Büros war und das Büro selbst musste nicht zusperren. Diese Art zu arbeiten ist eine Überlebensstrategie.

(off) architecture: Eine andere Frage. Wie seid ihr zu den Lehraufträgen gekommen?
Derzeit machen wir Workshops und Vorträge. Unsere großen Skulpturen haben viel Aufmerksamkeit mit sich gebracht. Die erste haben wir noch selbst gebaut. Wir haben mal die Arbeitsstunden dafür ausgerechnet, das wären 70 000 € gewesen. Damals haben die Leute für uns gratis gearbeitet, weil wir unbekannt waren und jeder mitmachen wollte. Heute sind wir so bekannt, dass wir das nicht mehr machen könnten und so haben wir überlegt, wie wir diese Workforce zusammen bekommen. Wir sind an die Unis herangetreten und haben unser Know-how angeboten und im Gegenzug die angesprochene Workforce gefordert.

Wir brauchen die Unis um diese Kunstprojekte umzusetzen.

mostlikelyDas funktionierte sehr gut und mittlerweile treten die Universitäten an uns heran und fragen, ob wir was machen wollen. In dieser Skulptur, die wir hier gerade bauen, stecken 800 Stunden Arbeit. Da bauen 23 Leute 40 Stunden. Wenn man rechnen würde, dass man 10€ pro Arbeitsstunde zahlt, wären das 8000 €, bei 20 € wären es 16’000 €. Wir könnten das einfach nicht bezahlen. Wir brauchen die Unis um diese Kunstprojekte umzusetzen. Vor Kurzem haben wir eine Anfrage von einem Museum aus Israel bekommen. Da unsere Skulpturen aus Papier sind, sind sie nicht für die Ewigkeit. Die werden nach einiger Zeit einfach kaputt. Bei diesen Skulpturen geht es ja auch nicht um die Skulptur an sich, sondern um den Prozess wie sie entsteht. Deswegen bauen wir auch diese Skulptur hier im Kunsthaus und nicht in der Uni. Man soll sehen wie diese Skulptur entsteht.
Das große Thema im Design ist, wie Stühle oder Möbel entstehen. Wir suchen die Kooperation mit der Öffentlichkeit, zum Beispiel in dem wir in einem Museum gemeinsam mit der Uni bauen.

(off) architecture: Würdest du sagen, dass eure Bürokonstellation, nicht mehr so ungewöhnlich ist? Ist das eine Tendenz in der Architektur?
Heute ist es relativ normal, dass du dich als Einzelunternehmer in einer Gruppe zusammenschließt und projektbezogen kooperierst. Das ist aber nicht nur in der Architektur so, sondern in allen Kreativbereichen. Das ist die Zukunft des Arbeitens.

(off) architecture: Ist es neu, dass Architekten in andere Bereiche vordrängen?
Das war immer schon so. Architektur ist, wie ich schon gesagt habe ein sehr netzwerkorientierter Beruf, du musst, bis du für andere interessant bist, bis die Leute aus deinem Netzwerk genug Geld verdienen die Zeit irgendwie überbrücken. Entweder du arbeitest in einem anderen Büro, oder du machst etwas anderes in der Zeit vom Studium bis zu dem Zeitpunkt, wo dein Netzwerk so gewachsen ist, dass auch Aufträge rein kommen. Natürlich gibt es auch Wettbewerbe durch die man sich etablieren kann, dem stehe ich allerdings sehr kritisch gegenüber. Bedingt durch die EU muss alles ausgeschrieben werden, es gibt Wettbewerbe in denen 500 Büros mitmachen. Das macht die Teilnahme recht sinnlos. Bei Wettbewerben geht es sehr viel um Erfahrung. Wenn du in einem großen Büro gearbeitet hast, das schon viele Wettbewerbe gewonnen hat, ist das schon mal ein guter Start. Es gibt immer noch Büros, die über Wettbewerbe ihr Büro aufbauen. Wenn man einmal drinnen ist, was viel Arbeit verlangt, geht es gut. Ich verweigere mich dem.

(off) architecture: Was uns noch interessieren würde: wie siehst du dich selbst im Feld der Architektur? Wie siehst du euer Büro darin? Es entspricht ja nicht diesem klassischen Bild des Architekten.
Für mich ist Architektur recht klar definiert. Unsere Lampenschirme oder Designobjekte würde ich nicht als Architektur bezeichnen. Ich sehe da eine sehr klare Linie, es gibt einfach Architektur und es gibt Design.
Unser Büro ist sehr außergewöhnlich, weil Mark Neuner und Kurt Mühlbauer, die einen Ziviltechniker – und Ingenieurbüro haben, die Architekturprojekte machen. Wir sind auch keine klassischen Designer, sondern auch Produzenten.
Ich sehe es als ungewöhnlich, dass wir selber produzieren, das hat auch nichts mit klassischem Design zu tun. Das ist auch eine sehr neue Tendenz. Es ist jetzt eine Zeit, wo es möglich ist, selbst zu produzieren, selber zu vertreiben. Durch das Internet und durch neue Produktionsmethoden gibt es diese Möglichkeit. Dann haben wir noch einen Sounddesigner dabei, der macht sehr viel Kunst- und Soundinstallationen. Das ist sicher recht ungewöhnlich.

(off) architecture: Haben wir das richtig rausgehört, dass ihr auch bei euren Interiordesigns im Entstehungsprozess dabei seid?
Ja, genau. Alles was ich mache hat zumindest ein bisschen mit Do-it-yourself zu tun. Oft treten junge Leute, die ihr erstes Geschäft aufmachen wollen und sparen müssen, an uns heran. Sie bekommen von uns eine Entwurfsmappe, welche über das hinausgeht, was man sonst bekommt. In dieser Mappe steht wo man gewisse Stühle und Tische bekommt und zu welchem Preis. Dabei ist auch eine Anleitung, wie sie das selber einrichten und bauen können. Wir haben auch Projekte gemacht, wo wir selber gebaut haben, wo ich mit einem befreundeten Tischler die ganze Einrichtung gebaut hab. Das war aus der Not heraus, weil ich noch dazuverdienen wollte.

Am Anfang ist noch alles offen und man versucht zu überleben und wenn man später zurückblickt, merkt man, dass das Thema eigentlich klar war.

Jetzt geht es in die Richtung, dass wir den Kunden eine Bauanleitung geben und sie das selbst umsetzen können. Das Do-it-yourself ist sozusagen mein Thema. Um so länger du dich in deinem Leben mit etwas beschäftigst, umso klarer wird dir, was du machst. Umso stärker wird dein Profil und du arbeitest immer stärker in diese Richtung. Das wird jeder merken, der selbstständig ist: am Anfang ist noch alles offen und man versucht zu überleben und wenn man später zurückblickt, merkt man, dass das Thema eigentlich klar war.

lampenschirme

(off) architecture: Wenn ein Student oder eine Studentin zu dir kommen würde, die nicht in einem klassischen Architekturbüro arbeiten will, welche Einstiegstipps würdest du geben?
Wenn man selbstständig etwas aufbauen möchte, ist es das Beste gleich nach der Uni damit anzufangen. Die Ansprüche sind einfach noch niedriger, man hat kein Problem damit in einer WG zu wohnen, oder von zu Hause zu arbeiten, oder sich ein Atelier zu teilen. Man bekommt auch noch leichter Stipendien.

Wichtig ist es die Kosten so niedrig wie möglich halten und einen Polster, oder jemand der dich unterstützt, für Dürre-Phasen.

Es ist die beste Zeit um etwas auszuprobieren, und wenn nach fünf Jahren immer noch kein Licht am Ende des Tunnels ist, kann man es immer noch lassen, hat dabei viel gelernt und kann anfangen in einem Büro zu arbeiten. Das ist auch interessant. Wichtig ist es die Kosten so niedrig wie möglich halten und einen Polster, oder jemand der dich unterstützt, für Dürre-Phasen. Mich hat zum Glück meine Familie bei dem was ich mache unterstützt. Das haben sie sicher auch gemacht,, weil sie gesehen haben das etwas weitergeht. Gerade weil wir produzieren, müssen wir immer wieder viel Geld vorstecken und da braucht man Unterstützung oder einen Nebenjob. Der Nebenjob allerdings birgt die Gefahr, dass er Überhand nehmen kann. Irgendeinen Rückhalt, eine Sicherheit braucht man. Es gibt immer wieder Dürren und das dazwischen muss man irgendwie überstehen. Produziert man, ist die Kalkulation eines Preises immer ein Problem. Wenn man selbstständig ist, muss man einfach eine Ahnung von Marktwirtschaft haben.

Ich merke, dass Studenten oder Designer oft keine Ahnung von Marktwirtschaft haben, auch Architekten nicht. Es ist schockierend, das immer wieder zu sehen. Ich hab das nie gelernt, ich war nur interessiert daran und hab mir das selbst beigebracht. Wenn man selbstständig ist, muss man einfach eine Ahnung von Marktwirtschaft haben. Das fehlt eindeutig an den Unis. Der kalkulierte Preis ist irrsinnig wichtig. Wenn der Preis nicht stimmt, kommt man in eine Sackgasse. Man kann nicht expandieren. Selbst wenn man den Preis richtig kalkuliert, ist es schwierig zu verkaufen. Das habe ich bei meinen Möbeln gemerkt. Bevor ich mit den Lampenschirmen begonnen habe, produzierte ich sehr viele Möbel. Die waren aber einfach zu teuer. Auch wenn ich das Billigste vom Billigsten versucht habe, waren die Möbeln doppelt so teuer wie bei Ikea, haben aber wie Ikea-Möbel ausgeschaut.

Wie kommt ein Preis zu Stande? Warum kostet etwas so und so viel?

Als die Idee zu den Lampenschirmen kam, habe ich gemerkt, dass das etwas sein könnte, was man selbst produzieren und günstig anbieten kann. Wenn ich sie zusammengebaut verkaufen würde, könnte sich meinesgleichen das nicht leisten und so verkaufen wir sie im Bausatz. Nur so ist das möglich. Eigentlich sollten Preisberechnung und Kalkulation Basics sein, aber nicht einmal die werden beigebracht. Wir hatten zwar ein Pflichtfach, in dem wir uns mit Betriebswirtschaft auseinander gesetzt haben, aber es ging nur um Buchhaltung. Buchhaltung ist aber das erste, das man auslagert. Viel wichtiger sind aber die Basics der Marktwirtschaft: wie kommt ein Preis zu Stande? Warum kostet etwas so und so viel? Unser Lampenschirm kostet 35€ und ist eine Rolle Papier. Wenn man in Österreich produziert muss einem das klar sein. Dabei verdienen wir 10-15€ pro Lampenschirm, wo noch Materialkosten abgezogen werden. Was übrig bleibt, ist die Arbeitszeit, also 5-10€. Aber das geht. Ja, das sind eben die Basics der Marktwirtschaft. Früher war das vielleicht noch nicht so wichtig, aber heute müsste das eigentlich schon in der Schule gelehrt werden. Das gehört meiner Meinung nach zur Grundbildung, um auch weltpolitische Themen zu verstehen. Wir sind einfach schon so vernetzt.

So, jetzt muss ich wieder mal zur Skulptur schauen.

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mostlikely sind Kurt Mühlbauer & Mark Neuner (Architektur), Wolfgang List (Do-It-Yourself/ Design), Michael Perfahl (3D Design) und Robert Schwarz (Sound Design). Nach dem gemeinsamen Architekturstudium an der TU Wien gründeten sie mostlikely in Wien
www.mostlikely.at

Fotos: mostlikely

Stadt entwickeln – Rückblick

„Stadt entwickeln“, eine Veranstaltung im Forum Stadtpark im Rahmen von Architektur in Serie, fand am 20. November statt, in einer Woche, die dicht gedrängt war mit Fragen zum Thema Stadt, zur Zukunft unserer Städte und wer diese formt.

Während die Urban Future Global Conference vom 18.-19. November diese Fragen wirtschaftlich und technisch beantwortete, fragte die Urban Future Bar am 18. in einer abendlichen Reise, wie die Bewohner die Stadt prägen.

Stadt entwickeln ging von der Frage aus „Was ist dein Beitrag zur Stadt?“ und stellte (künstlerische) Projekte im öffentlichem Raum einer Lehrmeinung im Thema Städtebau in Kontrast, welche durch einen kulturanthropologischen Blick ergänzt wurden. 

Das Publikum kam in den Saloon und fand eine wirre Sessellandschaft vor. Kein Vorne und Hinten konnte ausgemacht werden, keine Bühne, kein Podium, nur Stühle die in verschiedene Richtungen standen. So verschieden, wie die Positionen zur Stadt. Der Saloon füllte sich, Sessel wurden gerückt bis nur noch Platz am  Gang war. Dann ein Zitat aus dem Buch ‚Wir sind die Stadt! Urbanes Leben in der Digitalmoderne‘ von Hanno Rauterberg. Die Köpfe drehten sich, die Aufmerksamkeit wurde  auf das Thema des Abends gerichtet und schon ging es los. Zunächst wurden Projekte von AkteurInnen im öffentlichen Raum vorgestellt. Nach einer Pause ging es in einer Diskussion weiter.

Der Architekt Andreas Gratl, balloon-rgw, präsentierte das Weißbuch Innenstadt, eine Studie von steirischen Klein- und Mittelstädten und die Möglichkeiten zur Belebung der Innenstädte. Die Künstlerin Nicole Pruckermayr stellte 141119_Architektur_in_Serie 004das Buch „Lücken im urbanen Raum – Forschungen über Zeit in der Stadt, untersucht an Gstettn in Graz“ vor. Christoph Wiesmayr, der sich selbst als Rurbanisten bezeichnet, stellte die Zeitschrift ‚Treibgut, das unabhängige Hafenjournal‘ vor, welches sich mit dem Hafen in Linz und seiner Nutzung auseinandersetzt.

Die Diskussionsrunde erweiterten Joost Meuwissen, Professor am Städtebauinstitut an der TU Graz und Robin Klengel, Studierender der Kulturanthropologie der KFU Graz. Stadtentwicklung ist normativ. Die Stadt muss sich entwickeln, mein Joost Meuwissen. Was bedeuten in diesem Sinn also aussterbende Innenstädte und zersiedelte Gebiete? Einfach nur Prozesse im Lauf der Geschichte? Und was tun wir dafür oder dagegen? Wie positionieren wir uns? Laut Meuwissen ist die heutige Stadtentwicklung und Stadtplanung ein Abbild der Demokratie. Der Versuch der Partizipation und die Miteinbeziehung „aller“ bei  Projekten im öffentlichem Raum, sei schwer umsetzbar. Die Legitimation von nicht durch die Politik initiierten Projekten müsse in Frage gestellt werden. Christoph Wiesmayr argumentierte, dass seine Herangehensweise sich dem rein wirtschaftlichen Denken entziehe, welches das Hafengelände in Linz bestimmt und 141119_Architektur_in_Serie 023er sich so für unzählige Tierarten einsetzt, die sich dort beheimatet haben, und ohne ihm keine Beachtung finden würden, keinen Schutz. Zeit wäre nötig sich in einem Projekt mit möglichst vielen Beteiligten und Betroffenen auseinandersetzen zu können, welche jedoch im wirtschafltichen Kontext knapp bemessen ist, könnte eine Antwort sein und einem Konservatismus Einhalt bieten, der oft wenig Veränderung und Aufschwung zulässt, meinte Robin Klengel. Weiters ruft er die Frage ins Gedächtnis, die sich dabei immer gestellt werden muss: Für wen ist der Raum?

Aus dem Publikum kam die Idee des Architekten als Bauverhinderer, im Bezug auf wachsende Umweltprobleme. Architektur birgt eine Verantwortung der Umwelt und den Menschen gegenüber. Christoph Wiesmayr und Andreas Gratl konnten sich mit dieser Idee identifizieren, schließlich gehe es auch darum, Raum zu schaffen, was bedeuten kann, etwas weg zu nehmen, anstatt zu addieren. Diese Idee brachte die Diskussion wieder zurück auf die von Nicole Pruckermayr vorgestellten Gstettn. Die Gstettn als (planbare) Freiräume, als Möglichkeitsräume, die in der Stadt benötigt werden. Für die Diskussion von Relevanz war auch die Frage: Wie verhält es sich mit den Eigentumsverhältnissen in Österreich? In einer Anekdote erzählt Professor Meuwissen, der aus Holland stammt, von der ersten Diplomarbeit, die er in Graz betreut hat. Im Rahmen des Projeks wurde ein seit 20 Jahren leerstendes Haus entdeckt, dessen Besitzverhältnisse ungeklärt waren, „So etwas würde in Holland nicht passieren“, meinte Professor Meuwissen. Das österreichische und das holländische Besitzrecht unterscheiden sich hierin und zeigen sich im Umgang mit Stadt. Man kann beobachten, dass sich im öffentlichen Raum immer öfter Elemente einer Privatisierung zeigen, merkt Robin Klengel im Bezug auf Eigentum an. Das Hinterfragen von Besitz und dem eigenen Verhältnis dazu, als Denkanstoß wie man selbst mit der Stadt umgeht, sei notwendig, war eine Wortmeldung aus dem Publikum.

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Der Abend bot eine Diskussion, die immer wieder zu zwei Fragen zurück fand: Wie kann sich der Bewohner in Fragen der Stadtentwicklung einbinden? Welchen Beitrag kann man leisten? In der Diskussion wurden interessante Beiträge und Denkanstöße besprochen und debattiert.

Stadt entwickeln fand im Rahmen von Architektur in Serie statt. Architektur in Serie ist eine Veranstaltungsserie im Forum Stadtpark, die sich mit Architektur und deren Schnittmenge zu anderen Disziplinen beschäftigt. Betreut wird die Reihe von Franziska Hederer und Claudia Gerhäusser. Im Rahmen der Architektur in Serie werden KuratorInnen eingeladen, die eigenständig Themen zur Diskussion stellen.

Fotos: Forum Stadtpark

Frauen in der Architektur- Rückblick

In der gemütlichen Wohnatmosphäre der Ausstellung  Druot, Lacaton & Vassal – Tour Bois le Prêtre im Haus der Architektur und bei einer Tasse Tee fand am 21. Oktober die Diskussion statt, die sich, ausgehend von der Frage, was Architekturstudentinnen nach dem Studium machen, über den Weg zum Beruf Architektin mit zum Teil sehr persönlichen Beispielen aus der eigenen Praxis spannte.

Neugier, Mut und einen gewissen Hang zur Selbstausbeutung sind wohl die Eigenschaften, mit denen man den Weg zur (selbständigen) Architektin bestreitet. Rollenbilder und Stereotypen ablegen, an die eigenen Fähigkeiten glauben und durchstarten war die Message unserer Gäste. Sich nicht isolieren, sondern Probleme gemeinsam anpacken und sich und das Büro öffnen, fordert Nicole Lam, das Thema sollte nicht nur von Frauen behandelt werden, schließlich gibt es eine gesellschaftliche Relevanz. Dass der Beruf nicht familienfreundlich ist, ist allen bewusst, jedoch kann sich jeder den Arbeitsalltag selbst gestalten, Arbeit abgeben und nicht an die eigene Unersetzbarkeit glauben um die Überstunden in Grenzen zu halten, meint Marion Wicher. So bekommt selbständiges Arbeiten auch eine  andere Bedeutung, nicht nur selbst und ständig, wie Eva Gyüre es beschrieben hat. Auf die Ausgangsfrage wurde keine Antwort gefunden, es scheint als würde das Studium doch ein anderes Bild vom Beruf vermitteln, als es tatsächlich ist. Das hängt jedoch weniger mit dem Geschlecht zusammen als mit der Frage, wie wir in Zukunft arbeiten wollen, wie wir die eigene Selbstständigkeit definieren.

Durch Statements aus dem Publikum möchten wir euch Einblicke in die spannende Diskussion geben.

 

„… mit den aktuellen Verhältnissen möchte sich keiner am Dienstagabend zufrieden geben. Die Stimmung ist optimistisch, zumindest in den jungen Generationen und in Graz. Ob da noch zwischen Architektur und neuer Arbeitswelt ein oder zwei Kinder passen? Immerhin ist das eine Fähigkeit, die bis jetzt nicht von Männern übernommen wurde. Verzichten wir demnächst als Frauen auf dieses Alleinstellungsmerkmal? Eventuell fällt den Frauen etwas Besseres ein: Kooperation und gerechtere Auftragsverteilung waren beim Tee am Dienstag Antworten auf die heute noch vorherrschenden Defizite.“
Claudia Gerhäusser für Gat.st

„Mir persönlich hat die Veranstaltung Mut gemacht, mir am Handeln der eingeladenen Architektinnen ein Beispiel zu nehmen und später selbst ein Büro zu gründen. Allerdings muss ich anmerken, dass ich in Graz nur zu Gast bin und an meinem Lebensmittelpunkt in Ostdeutschland dieser vermeintlich große Unterschied zwischen Männern und Frauen in der Architektur nicht vorhanden ist. Es kommt schließlich auf die Fähigkeiten an, nicht das Geschlecht. Natürlich kann es wie in anderen Branchen für Frauen etwas schwieriger sein Beruf und Familie zu vereinen.“
Dorothea Hamann, Architektstudentin

„Die gesellschaftliche Wahrnehmung der Architektin als kompetente Ansprechpartnerin in allen Fragen des Bauens, die Schwierigkeiten der allein erziehenden Mutter, die im unterbezahlten Job im Architekturbüro durch den Alltag kommen muss, oder auch die Frage wie man „als Frau“ ein Architekturbüro gründet, sind Diskurse, die bei Männern wahrscheinlich nicht an einem Abend besprochen werden würden. Vielleicht neigen Frauen aus der Position der langen Nicht-Gleichberechtigtigung eher dazu, „Alles“ als ein grundsätzliches Frauenproblem zu sehen? Ich hoffe es gelingt Euch, den Diskurs weiter auszubauen und vielleicht könnte der von mir schon angeregte Input am Diskussionsbeginn helfen, den Diskussionsverlauf etwas zu lenken.“
DI Peter Reitmayr, reitmayr architekten

„Frauen in der Architektur- eine gelungene Veranstaltung mit interessanten Fragestellungen und reger Diskussion. Besonders spannend fand ich die unterschiedlichen Erfahrungen der Architektinnen als Selbstständige und wie sie ihren Weg dorthin erlebt haben.“
Tanja Kühberger, earlybird- mehr Zeit für Architektur

 

Wir möchten uns nochmals ganz herzlich bei unseren Gästen, Nicole Lam (LAM Architekturstudio), Marion Wicher (Yes Architecture), Lisa Enzenhofer (Lendlabor), Eva Gyüre (Vd-Architekten, Vorsitzende des Ausschusses der Ziviltechnikerinnen), bedanken!

 

Auf Gat.st gibt es einen sehr treffenden Bericht von Claudia Gerhäusser zur Veranstaltung, aus dem auch das oben angeführte Zitat stammt. (-http://www.gat.st/news/architecture-frauen-der-architektur)

Herzlichen Dank an das HDA für die Zusammenarbeit und die Unterstützung!
Die Ausstellung Druot, Lacaton & Vassal – Tour Bois le Prêtre kann noch bis 23.11. besichtigt werden.

Foto: HDA Graz

office for civic intervention

Dorothea Hamann führte ein Interview mit OCI- Office for Civic Intervention, die sich, wie sie selbst sagen außerhalb der bestehenden, scheinbar fixen Grenzpfosten der Architektur agieren.  Das vormals „klassische“ Architekturbüro beschäftigt sich mit Bereichen, die von Umwelt, über Kunst hin zur Forschung reichen. Auf die Nachfragen wo das Büro tätig ist, kam die bedauerliche Antwort, das es sich um ein erfundenes Gespräch handelt. Bedauerlich, oder?

 
(Dorothea Hamann) Eine mobile Schule, eine Initiative für ein Stadtteilzentrum zur Kommunikation zwischen Anwohnern und lokaler Stadtplanung, ein Curriculum für einen neuartigen Universitätslehrgang oder eine Publikationsreihe zum demografischen Wandel in dünn-besiedelten Gebieten zwischen dem südlichen Burgenland und der Süd-Ost-Steiermark: mit Euren Projekten – die sich sowohl baulich manifestieren, als auch in ideengebenden oder strategischen Bereichen entwickeln – erschließt Ihr andersartige Arbeitszusammenhänge in der Architekturpraxis. Was mich besonders interessiert, sind Eure Absichten, Euer Vorgehen, vielleicht Eure Herangehensweise im Allgemeinen, die hinter den Projekten steht. Ursprünglich seid Ihr aus einem – wenn man das heute so sagen kann – traditionellen Architekturbüro hervorgegangen. Was hat Euch dazu veranlasst, die bisherige Ausrichtung zu verändern?
(Office for Civic Intervention) Im Winter 2013 hatten die ansteigenden, kritischen Temperaturen inzwischen auch den Bereich der Architektur erreicht. Bisherige Aufgabenfelder und Tätigkeitsbereiche fingen allmählich an dahin zu schmelzen. Traditionelle Bürostrukturen lösten sich immer mehr auf, auch aufgrund der quantitativ rückläufigen Bauaufgaben und der verfahrenen Wettbewerbssituation. Uns fiel eine Grafik von Martti Kalliala und Hans Park in die Hände, die dies auf eine bedrückend einprägsame Weise zeigte: die klassische Architekturpraxis als immer weiter schrumpfende Polkappe.1 Damit fing auch unsere Daseinsberechtigung an, mehr und mehr in Wasser überzugehen. Wir fragten uns, ob es nicht auch für unsere Arbeitsweise neue Horizonte gab? Wie könnte man Brücken zu anderen Bereichen schlagen? Und musste es denn unbedingt eine Brücke sein? Gab es nicht auch andere, vielleicht bereits übersehene Möglichkeiten? Wo lagen nun die potenziellen Felder von spatial practice? Wo waren sie verortet? Wo findet eine solche Praxis inklusive ihrer Akteure ihre Berechtigung?

(Dorothea Hamann) Sahen Sie diese ›Berechtigung‹ weiterhin ausschließlich im Feld der Architektur?
(OCI) Wir stellten fest, dass Zuständigkeits-und Begriffsgrenzen in der Architektur, vor allem, was den Handlungsspielraum im Bereich der bauorientierten Praxis betrifft, strikt abgesteckt sind. Einsatzmöglichkeiten schienen dauerhaft fixiert zu sein. Reglementiert. Bewacht. Kontrolliert. Akteure ohne bürokratische Qualifikationen wurden nur schwer hineingelassen, und einmal vom System vereinnahmt, kam man auch nur schwer wieder hinaus aus diesen Grenzen.
Wir beschlossen aus diesen Grenzen auszubrechen und nahmen die Hintertür: so senkten wir die Austrittsschwelle und damit auch die Eintrittsschwelle herab.
Wir lösten die bestehenden, verorteten Bürostrukturen weitgehend auf, um flexibler und eventuell auch direkter an verschiedene Orte des notwendigen Handelns zu gelangen, mit dem Ziel, über ein wechselndes Zusammenspiel unterschiedlichster Akteure und Beteiligten, Veränderungen zu bewirken.

(Dorothea Hamann) Wie könnte man nun Euren Handlungsspielraum beschreiben?
(OCI) Wir versuchen außerhalb der bestehenden, scheinbar fixen Grenzpfosten der Architektur zu agieren, sie zu unterwandern. Im Dazwischen finden wir unsere Berechtigung. Wir fungieren als Bindeglied zwischen diversen Feldern wie Umwelt und Pop, Kunst und Literatur, Bildung und Forschung, aber vor allem auch im Kommunizieren zwischen Politik, öffentlicher Planung und großen Bau-und Investorenunternehmen sehen wir unsere Handlungsabsicht. Nur durch eine Auseinandersetzung mit diesen oft übersehenen Kräften, die im Hintergrund wirken, dieser komplizierten dunklen Materie,2 können wir eine wirklich integrative Veränderung der Stadt beeinflussen. Wir stehen plötzlich einem fremdartigen Territorium gegenüber. Dafür generieren wir eine neue Rolle im vorhandenen, oftmals eingefahrenen Handlungsgeschehen. Das ermöglicht uns die Diskussion von Grund auf neu zu denken, und so, vielleicht bisher nicht gesehene Aspekte, Bedingungen und Möglichkeiten einfließen zu lassen. Einzig durch das Verändern einiger Parameter im Produktionsablauf von Architektur, verändern wir den Verlauf aller später folgenden Handlungen, und letztlich auch die Resultate. Wir erzeugen neuartige Fragestellungen, um Antworten für individuelle Orte zu finden – offen für alle Beteiligten. Wir kreieren unsere eigene Unabwendbarkeit und Daseinsberechtigung in dieser Position.

(Dorothea Hamann) Sie sprechen von einer Rolle. Wie ist diese Rolle besetzt?

(OCI) Wir sind:
— Akteure und Vermittler
— Hinweiser und Blickrichtungsveränderer
— Verweber und Umstrukturierer
— Visionäre und Prototypisten
— Rekultivierer und Wiederbeleber
— Entwickler und Erhalter
— Herausgeber und Herausnehmer
— Individualisten und Kollektivisten
— Organisatoren und Moderatoren
— Verantworter und Mitspieler
— Zuhörer und Involveure
— Berater und Befähiger
— Aufklärer und Fürsprecher
— Ausbrecher und Überschreiter

 

Bei dem Interview zwischen OCI – Office for Civic Intervention und Dorothea Hamann handelt es sich um ein rein fiktives Gespräch. Dorothea Hamann entwarf dieses Büro am Institut für Architekturtheorie, Kunst- und Kulturwissenschaften der TU Graz (- akk.tugraz.at), für die Lehrveranstaltung ‚Entwurfspraktiken’, konzipiert von Christian Hoffelner. Aus den Texten der Studierenden entstand das Zine ‘Superscript; ARCHITEKTUR – Praxis Alternativ’. Informationen zum Heft und dessen Erhalt befinden sich auf ch-studio.net .

Bildmaterial: Superscript

(off) architecture …

richtet sich an Studierende, die wie wir wissen, dass sie nicht den „klassischen“ Weg in einem Büro gehen möchten und die interessiert sind, wie man andere Wege einschlagen kann. Im Spiel mit dem Architekturbegriff möchten wir zeigen, dass die Berufsbezeichnung selbst definiert und unterschiedlich ausgelegt werden kann. Anhand von Interviews mit Menschen aus dem Architekturkontext, wollen wir Möglichkeiten entdecken, Strukturen greifbar machen, die eine Arbeitswelt nach unseren Bedürfnissen ermöglichen. Unsere Veranstaltungen sollen Diskussionsforum sein. Die kritische Auseinandersetzung der unterschiedlichen Positionen.

 

Stadt entwickeln

Ausgehend von der Frage „Was ist Euer Beitrag zur Stadt?“ möchten wir unterschiedliche Zugänge im Umgang mit Stadt(leben) beleuchten. Wie geht ihr mit Veränderungen in der Stadt um? Die anschließende Diskussion lädt ein, den Umgang mit Stadt im europäischen Kontext kontrovers zu betrachten. Anhand der vorgestellten Projekte sollen Chancen und Probleme erkannt und neue Ansätze formuliert werden.

Mit: Nicole Pruckermayr, Christoph Wiesmayr (Schwemmland), Andreas Gratl (Balloon-rgw), Jean Marie Corneille Meuwissen (Professor für Städtebau, TU Graz), Robin Klengel (studiert Kulturanthropologie, KF Uni Graz)

Treffpunkt: Do, 20.11.2014, 18:00 Uhr, Forum Stadtpark, Graz. Eine Veransatltung im Rahmen der Architektur in Serie

Frauen in der Architektur

(off) architecture lud im Rahmen des Tee am Dienstag junge ArchitektInnen, ArchitekturstudentInnen und Interessierte zum Gedankenaustausch zum Thema ‘Frauen in der Architektur’ ein.

‚Was machen eigentlich die Architekturstudentinnen nach dem Studium?’ Welche Positionen nehmen Frauen im Architekturkontext ein? Welche wesentlichen Ereignisse und Entscheidungen bringen Frauen in Führungspositionen? Wie viele davon sind bewusst? Sind Rollenbilder und Stereotypen noch ein Thema?

Zu Gast waren Lisa Enzenhofer Mitgründerin des freien Kollektiv Lendlabor, Nicole Lam von LAM Architekturstudio, Marion Wicher Mitgründerin von Yes Architecture und Eva Gyüre von vd architekten.

Durch den Abend führten Christina Aschauer und Lola Seibt. Die Veranstaltung fand am 21. Oktober 2014 im Rahmen des ‚Tee am Dienstag‘ im Haus der Architektur in Graz statt.

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